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Was ist unter dem Begriff Vergärung zu Verstehen

Unter dem Begriff Vergärung versteht man den Abbau von biogenem Material durch Mikroorganismen in Abwesenheit von Sauerstoff, d.h. unter anaeroben Bedingungen. Mehrere Bakteriengruppen, welche sehr eng zusammenarbeiten, verwandeln biogenes Material in Biogas.

 

Biogas besteht aus etwa 2/3 brennbarem Methan und rund 1/3 Kohlendioxid sowie Restgasen. Die anaeroben Bakterien sind erdgeschichtlich uralt, d.h. sie entwickelten sich, als es in der

 

Erdatmosphäre noch keinen Sauerstoff gab. Sie bauen mit Ausnahme von Holz, dessen Bestandteil Lignin sie nicht angreifen können, praktisch alles biogene Material ab.

 

Da der Hauptteil der Energie des abgebauten Materials im Produkt Methan noch enthalten ist, bleibt den Bakterien nur wenig Energie zum Leben und zur Vermehrung.

 

Bei der Vergärung wird daher - im Gegensatz zur Kompostierung - keine Überschussenergie in Form von Wärme frei

Die anaerobe Vergärung ist im Gegensatz zur Kompostierung, wo sich auch primitive Pilze und andere niedere Lebewesen am Abbau beteiligen, ein rein bakterieller Prozess.

 

Die anaeroben Bakterien fühlen sich im Wasser oder sehr feuchter Umgebung wohl. Anaerobe Abbauprozesse eignen sich daher speziell für leicht abbaubare, nasse und feuchte Substrate. In diesem Sinn kommt der Vergärung in der Bewirtschaftung von biogenen Abfällen aus der getrennten Sammlung eine wichtige Rolle zu.

Neben festen biogenen Abfällen bieten sich aber für die Vergärung ganz speziell

auch organisch belastete Abwässer aus Industrie und Gewerbe an. Die anaerobe Behandlung bringt - neben einer meist deutlich positiven Energiebilanz - den Vorteil, dass weniger Bakterienbiomasse und damit weniger Schlamm gebildet wird.

 

Bis vor kurzer Zeit wurden zur Abwasserreinigung vor allem aerobe Prozesse eingesetzt mit einer allfälligen anaeroben Behandlung des dabei anfallenden Schlammes.

 

Dank der neu entwickelten anaeroben Hochleistungsprozesse ist es jedoch heute möglich und sinnvoll, die anaerobe Reinigung einer aeroben Nachbehandlung voranzustellen.

In der Landwirtschaft kommt der Vergärung - neben der Energieproduktion - großer Verdienst in der Konditionierung der Hofdünger zu. Wirtschaftlich interessant ist das Verfahren insbesondere bei größeren Anlagen, in welchen als Co-Vergärung neben der Gülle weitere, sog. Kofermentate (Grassilage, Maissilage, Getreide usw.) vergärt werden.

Der anaerobe Abbau von organischen Stoffen ist ein Prozess, welcher zur Aufbereitung und Stabilität von flüssigen oder festen organischen Abfällen besonders gut geeignet ist.

Die in einem geschlossenen Behälter (einem sogenannten Fermenter oder Gärbehälter) unter kontrollierten Bedingungen ablaufende Vergärung

bietet gegenüber der aeroben Behandlung einige Vorteile:


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Der abgebaute Kohlenstoff wird zu über 90% in Biogas umgewandelt

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Das Biogas liefert hochwertige Energie in Form von Strom und Wärme

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Es entsteht nur wenig Schlamm

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Geruchsemissionen sind minimal und leicht kontrollierbar

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