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Fermenter

Der Fermenter dient zu folgenden Zwecken:

Der Fermenter oder auch Gärbehälter ist das Kernstück jeder Biogasanlage. Darin findet der eigentliche Biogasprozeß statt.


In gut funktionierenden Fermentern bauen viele Billiarden Bakterien die leicht abbaubaren organischen Bestandteile des Eingangsstoffes, auch Substrat genannt, ab und setzen dabei das gewünschte Biogas frei.

 


Als Substrate werden vorwiegend kohlenstoffhaltige (organische) Stoffe wie Gülle, Mist, Grüngut, Klärschlamm usw. behandelt.

 

Diese leicht abbaubaren Bestandteile sind in der Regel auch für die unangenehmen Seiten eines unbehandelten Substrates wie Gestanksentwicklung, Kohlendioxid- und Ammoniakabgasung sowie hohe Sauerstoffzehrung im Boden oder in Gewässern verantwortlich.

Deshalb bietet die Biogastechnologie einen Doppelnutzen: die Substrate werden behandelt und damit die Umweltverträglichkeit verbessert, außerdem wird dabei ein erneuerbarer Energieträger gewonnen, das Biogas.

 

Damit das möglichst gut funktioniert, muß der Fermenter folgende Bedingungen erfüllen:

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Licht- und Sauerstoffausschluß

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Gasdichtigkeit

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Bereitstellung der gewünschten Prozeßtemperatur

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Verhinderung von Schichten- und Zonenbildung

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sicherer Ein-, Auslauf und Durchfluß des Substrates

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Bereitstellung einer ausreichenden Verweilzeit


Prinzipieller Aufbau eines Fermenters:
Schema eines Fermenters


Fermenterbauarten:

Prinzipiell unterscheidet man zwei Fermenterbauarten in der landwirtschaftlichen Anwendung, die in folgender Tabelle stichwortartig charakterisiert werden:

Ruehrkesselfermenter

Rührkesselfermenter

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einfacher Behälteraufbau


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Inhalt wird vollständig durchmischt,Teile des Frischsubstrates können in den Auslauf gelangen

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für einfache Substrate geeignet

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vorwiegend aus Beton

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meist hydraulisches Rührwerk

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preisgünstig erstellbar

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höherer Prozeßenergieaufwand

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Verweilzeiten 30 bis 70 Tage

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auch als Speicheranlage verwendbar

  Pfropfenstroemungsfermenter

Propfenströmungsfermenter

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möglichst langgestreckter, liegender Behälter mit großem L/D-Verhältnis

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wird nur vertikal durchmischt, in der Regel kein Kurzschluß zwischen Ein- und Auslauf

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auch für schwierige Substrate mit hohem Feststoffanteil geeignet

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vorwiegend aus Stahl

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meist Haspelrührwerk mit liegender Rührwelle

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aufweniger zu erstellen

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geringerer Prozeßenergieaufwand

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Verweilzeiten 15 bis 30 Tage

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sicherere Hygienisierungswirkung


Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Varianten, Mischformen und Kombinationen, die in der Diskussion zur Sprache kommen.
In der Anlage sind einige Beispiele aufgeführt.

Die wesentlichen Bauelemente sind

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Behälter: meist aus Stahl und Beton

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Wärmedämmung aus Hartschaum oder Mineralwolle. Ein K-Wert von 0,4 sollte deutlich unterschritten werden

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Heizung zur Aufheizung und Warmhaltung des Substrates mit innenliegenden Heizplatten, Fußboden- oder Mantelheizungen, teils auch außenliegende Wärmetauscher

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Rührwerk: meist langsamlaufende Haspelrührwerke, Propellerrührer oder Gasrührwerk

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Sinkschichtenabzug

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Temperaturüberwachung


Wichtig ist auch die Einhaltung der einschlägigen Sicherheitsrichtlinien:


Leider sind noch keine vergleichenden Untersuchungen über die verschiedenen Fermenterbauarten in der landwirtschaftlichen Anwendung bekannt.

 

Weniger wichtig sind volumenspezifische Angaben wie Gasleistung pro m3 Reaktorvolumen oder Kosten pro m3, da die Verweilzeiten und verwendeten Substrate sehr unterschiedlich sind.

Wichtiger dagegen sind folgende Daten:

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substratspezifische Abbauraten, spezifische Gasausbeuten in m3 Biogas/kg OTS

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Funktions- und Betriebssicherheit

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niedriger Prozeßenergieaufwand an Strom und Wärme

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Gesamtbaukosten